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Folge mir auf meiner Reise ‘Der Balkan ruft!’ auf https://www.polarsteps.com/MichaelaBremser/11558552-der-balkan-ruft-vielleicht-auch-die-turkei?s=e40d5c84-49fc-4b34-a1f2-0a480ed65bcd



Tag: 1


Montag, 20. Mai 2024
Land: Deutschland
Ort: Hadamar -  Neufahrn
Gefahrene Kilometer: 455
Wetter: Bewölkt

Grad: Beste Fahrtemperatur 18 -20 Grad

Heute geht es mit unserer Balkantour los. Die Planung war eher fluffig, hoffentlich haben wir nichts vergessen. Die Autobahnfahrt ist wie gehabt eher langweilig aber es ist wenig Verkehr und wir kommen sehr gut durch. Wir besuchen Freunde in der Nähe von München (exploreonbike). Wir haben sie in Ecuador in der „Finca Sommerwind“, die von einem Deutschen betrieben wird, getroffen. Rita versorgt uns bestens und an diesem Abend gibt es keine Redepause. Zu schön ist es Reiseepisoden und Skurrilitäten zu erzählen.  Alle schwelgen in Erinnerungen. Wobei Rita und Thomas im August wieder in Südamerika unterwegs sind. Es gibt dort halt viel zu sehen. Wir beneiden sie, es hat uns halt auch sehr gut gefallen.



Tag: 2


Dienstag, 21. Mai
Land Deutschland – Österreich
Ort: Neufahrn -  Villach
Gefahrenen Kilometer:  396
Wetter: Bewölkt – Regen
Grad: 11 – 20


Ein gemeinsames Frühstück beendet leider schon den Besuch. Auf geht’s Richtung Süden. Ein erwarteter Stau dämpft die Fahrfreude. Aber nachdem wir die Autobahn verlassen haben wird es geschmeidiger: Tegernsee, Achensee, Zillertal, Pinzgau, Krimmeler Wasserfälle und gutes Fahrwetter begleitet uns. Aus den Felsen schießen viele Bäche. So früh waren wir auch noch nicht im Jahr in den Alpen. Auf den Höhenlagen liegt Schnee. Am Felbertauerntunnel (1632m) wechselte dann das Wetter und es regnete bis Villach. Mit nassen Füßen suchen wir uns ein Hotel und finden nicht auf Anhieb eines. Das ist sehr nervig. Schließlich landen wir in einem B&B mit Klimaanlage. Das bedeutet, die Sachen werden trocken. Durch die Anzüge kommt kein Wasser, aber Schuhe, Socken und Halstuch sind nass. In Villach wollen wir nur übernachten und da es regnet bleiben wir im Hotel, ist ja auch schon spät.


Tag: 3


Mittwoch, 22. Mai
Land: Österrreich – Slowenien
Ort: Villach – Bled
Gefahrene Kilometer: 193
Wetter: Sonne – Bewölkt – leichter Regen
Grad: 11 – 20


Bis Bled sind es eigentlich nur 50 km. Günther wollte gerne eine kleine Schleife fahren und den Vrsic Pass, das Soca Tal, Slavica Wasserfall und irgendwie durch ein Gebiet mit kleinen Straßen bis wir dann in Bled ankommen. Ich interveniere, dass ich das ungern bei Regenfahren möchte. „Es regnet nicht“, sagte mein Liebelein, während er sich die Regenjacke und Regenhose überzieht. Ich beuge mich. Diesen Pass hatte ich schon als Fahranfänger mit dem Auto 1979 gefahren und ihn in schlechter Erinnerung. Aber egal, es regnete in diesem Moment wirklich nicht und neugierig war ich auch. Wir fuhren den Wurzenpass am Bunkermuseum vorbei und schwupps waren wir in Slowenien. Der Vrsic Pass steigt bis auf 1611m hinauf. Spektakulär geht es die steile Wand hinauf. Auf dieser Seite sind die engen Kurven gepflastert und ich bin froh, dass es nicht nass ist. Kann mich an manche Stelle erinnern aber ich fand ihn anspruchsvoll, aber nicht überfordernd. Viele Kurven später sind wir auf der Höhe und mit etwas besseren, wenn auch immer noch schmalen Straßen geht es wieder hinab. Hier beginnt das Tal der Soca. Ein in hellem türkis erscheinender Gebirgsbach, wunderschön anzuschauen. Er begleitet uns eine Weile. Viele Wanderer, Radfahrer und Paddler waren hier zu sehen. Letztere benötigen eine menge Mut, nicht nur wegen des kalten Wassers. Irgendwann ging es dann Richtung Osten und wir fuhren wunderschöne Nebenstrecken mit sich schlängelnden Straßen oder ansteigenden bzw. abfallenden Serpentinen mit wunderbaren Weitblicken. Da hatte Günther doch ein gutes Händchen. Eine tolle Overtüre für unser diesjähriges Motorradabenteuer. Nach gefühlt 160km Kurven kamen wir im schönen Bled an. Jetzt merke ich erst, wie müde ich bin und nach einem rustikalen Essen kommen wir auch noch in den Regen und werden nass. Ich bin redefaul und fühle mich nur in der Horizontalen wohl.



Tag: 4


Donnerstag, 23. Mai
Land: Slowenien
Ort: Bled
Gefahrene Km: 0
Wetter: Sonne – Regen
Grad: 14 – 18


Nach einer angenehmen Nachtruhe frühstücken wir auf dem Zimmer. Anschließend wollen wir auf die Burg Bled, die auf einem markanten Felsen hoch über dem See steht. Wir marschieren viele viele Stufen hinauf und der Eintritt erschrickt uns (17€), hält uns aber nicht ab. Von hieraus hat man einen Wahnsinnsblick auf die kleine Insel mit der „Kirche der Muttergottes“ im 31m tiefen leuchtend blauen Bleder See. Wie gemalt sieht die Landschaft aus. Die Sonne tut ihr Übriges. Auf der 3. Ebene der Burg wird mit Pfeil und Bogen geschossen. Kinder dürfen da auch mitmachen. Überlege kurz, ob ich ein Kind wegschubse und mich anstelle. Mach ich dann aber doch nicht, haha. Vor einiger Zeit habe ich mal ein Bogenschießseminar gemacht, das war wirklich interessant. Die Burg ist 1000 Jahre alt und liegt sehr idyllisch auf dem Felsen. Beim Abstieg beginnt es wieder kurz zu regnen. Wir sind dann dankbar für eine Sonnenpause nur um wiederum im folgenden starken Regen patschnass im Airbnb anzukommen. Wir planen die nächsten zwei Tage und suchen uns ein Zimmer. 


Tag: 5


Freitag, 24. Mai
Land: Slowenien
Ort: Bled – Ljubljana – Postojna
Gefahrene Kilometer: 118
Wetter: Bewölkt
Grad: 11 -23


Heute verabschieden wir uns von dem schönen Bled. Bojan unser Gastgeber verabschiedet uns freundlich mit unseren, wie er es nannte „teuren Spielzeugen“. Die Fahrt nach Ljubljana verlief neben der Autobahn entlang. Entsprechend spektakulärer war aber die Stadt, früher Laibach genannt, an sich. Wir werden von Klavierspielen und Operngesang begrüßt. Da stimmt schon mal die Einstimmung. Durch die Altstadt der Hauptstadt Sloweniens windet sich der Fluss Ljublanica und wird von vielen Brücken überspannt. Am Hauptplatz sogar von drei Brücken nebeneinander, die jede in einem anderen Winkel verlaufen. Der Fluss ist gesäumt von vielen Cafes, hier lassen wir und nieder und genießen denselben. Der Marktplatz ist sehr lebendig mit seinem vielseitigem Angebot von Obst, Blumen und Handwerk, sowie eine Fressmeile. Die Universitätsstadt besitzt viele alte imposante Gebäude. Auf dem Berg hinter der Altstadt liegt malerisch eine Burg. Auch finden wir unsere Mototrräder wieder. Und weiter geht es nach Postojna, der Ort ist für die zweitgrößte Tropfsteinhöhle der Welt, die 1813 entdeckt wurde bekannt. Günther, der Spürhund findet natürlich wieder eine super Strecke auf slowenischen Nebenstraßen. Wetter ist stabil und wir kommen zu früh an. Zum Glück können wir schon in unser Airbnb. Eine kleines Kellerapartment, ganz nett aber nur mit Aussicht auf Füße. Das Wetter ist toll ein bisschen bummeln einkaufen etc..



Tag: 6


Samstag, 25. Mai
Land: Slowenien
Ort: Postojna
Gefahrene Kilometer: 0
Wetter: Sonne – Gewitter mit Hagel
Grad: 9 – 20


Wir laufen zu der Höhle und haben in einer deutschen Gruppe einen deutschsprachigen Führer, Glück gehabt. Die slawischen Sprachen sind für mich sehr schwer nachzusprechen, geschweige denn zu versteht. Einfach zu viele Konsonanten aneinandergereiht. Ich gebe auf!!
Zuerst geht es mit einem Bähnchen zwei Kilometer in den Felsen und 100m tiefer hinein. Die Höhle ist 24 km lang. Für Gäste kommen 1,5 km zu Fuß zur Ansicht, die besten Teile der Höhle. Die Tropfsteinformationen sind von grau über ocker bis hin zu weiß gefärbt. Je nach dem welche Stoffe vom Kalkstein gelöst sind. Riesige Hallen, kleine Gänge aber alles in Allem eine Tropfsteinhöhle mit vielen großen Kammern und gewaltigen Tropfsteinformationen. Von Stalagmiten, Stalaktiten, Sintervorhänge, Baldachine  und alle Arten von Interpretationen in die Form ist alles vorhanden. Vom liegenden Löwen über Spaghetti bin hin zum Hahn. Es ist frisch in der Höhle, 9Grad. Die Höhle ist durch das Flüsschen Pivka entstanden, dies fließt immer noch an ähnlicher Stelle in einer unteren Höhle. Zum Ende der Besichtigung können wir es sehen. Ebenso gibt es einen Grottenolm in einem Vivarium. Der kann 80J. alt werden, aber wofür? Na das muss er selber wissen. Eine klasse Höhle, nur ist sie mit 34,90€/Pers. kein Schnäppchen. Wir laufen zurück und schon gibt es ein heftiges Gewitter mit Hagel. Wir sind froh nicht unterwegs zu sein. Es wird noch ein wenig geplant, das war´s!


Tag: 7


Sonntag, 26. Mai
Land: Slowenien – Kroatien
Ort: Postojna – Senj
Gefahrene Kilometer: 180
Wetter: Sonne – Bewölkt - Regen
Grad: 14 - 24


Unter strenger Beobachtung der hiesigen Kirchgänger starten wir unsere Motorräder. Der heutige Tag führt uns nach Senj an die Mittelmeerküste. Wir fahren wieder wunderschöne Nebenstrecken durch das grüne Slowenien. Durch bunte duftende Frühlingswiesen und kleine Dörfer. Irgendwo im Nirgendwo machen wir Pause und trinken einen sehr guten Kaffee, Kava genannt. Graue Wolken lassen uns in das Regenzeug steigen. Die haben wir auch nicht umsonst angezogen. Da kam ganz schön was runter, es reichte aber zum Weiterfahren. Es stört mich nur, dass mein Hauptständer regelmäßig auf der Straße kratzt. Den gibt es bei der 850er nicht mehr serienmäßig und ich hatte den für unsere Panamericana-Tour extra anmontiert. Ich traue mich gar nicht mehr in die Kurven zu gehen. Das ist mir schon öfter passiert aber nicht so häufig wie heute. Meine Kurvenlage ist natürlich genial ;), aber der eigentliche Grund ist, dass die GS tiefergelegt ist und zu allem Übel habe ich zu wenig Reifendruck hinten. Denke das sind die Gründe, dass es heute so häufig ist. Die kleinen Straßen sind allesamt geteert, wenn auch oft schmal. Das Fahren macht richtig Spaß. Und dann kommt er, der erste Blick auf das Mittelmeer. Wir fahren noch ein wenig Küste und schon sind wir in netten Senj. Wir haben Probleme unser Airbnb zu finden. Eine jungen Frau führt uns zu ihrem Airbnb. Wie sich herausstellt die falsche Frau, das falsche Apartment. Was für Zufälle, sie hatte am zentralen Brunnen auf andere Gäste gewartet. Aber egal wir haben das dann noch mit ihrer Hilfe gefunden. Zur Belohnung haben wir ein tolles Airbnb mit Parkplatz, großer Terrasse und Meerblick sowie fünf Minuten Fußweg in das veschachtelte Städtchen. Über allem trohnt eine imposante Festung, Nehaj aus dem 16. Jahrhundert. Abends verschwinden wir in den unzähligen Gässchen und haben ein gutes Abendessen.



Tag: 8


Montag, 27. Mai
Land: Kroatien
Ort: Senj
Gefahrene Kilometer: 0
Wetter: Sonne
Grad: 24


Nach Einkauf und Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Festung. Nicht ohne vorher den Strand zu inspizieren. Superklares und ca. 19 Grad kaltes Wasser befindet sich fußläufig zu unserem Apartment. Wir machen uns an den Aufstieg. Die Aussicht wird immer besser und wir freuen und auf den Blick von einem der fünf Türme. Die Quadratische Festung wurde zum Schutz vor den Türken sowie den Venezianern genutzt.  Einige Kanonen stehen immer noch dort. Das 18m hohe Bauwerk bietet perfekten Ausblick auf die Gegend drumherum. Wir entschieden uns aber dazu nicht die Festung zu besichtigen, da wohl auch in Kroatien Klassenausflüge anstehen und nicht weniger als 6 Busse hochmotivierter Schulkinder hier anstanden. Das waren uns dann doch zu viel Menschen auf dieser kleinen im Grundriss 23,5m im Quadrat und dreistöckigen Festung. Anschließend schlendern wir noch durch das Städtchen und belohnen uns mit einem Eis. Aus Versehen hat der Eiscafemann die Preise kurzfristig erhöht. Dh. Von Bestellung Erdbeerbecher statt 8€ auf Karte ausgewiesen, bei Bezahlung aber auf 10€ mit dem Spaghettieis genauso angestiegen. Das ist auch für mich zu viel und nach Beschwerde bekommen wir Geld zurück. Das mag manchem kleinlich erscheinen, aber wir hatten insgesamt 3,50€ zu viel bezahlt plus Trinkgeld. Die Inflation in Kroatien ist galoppierend, also aufpassen! Heute wird selbst gekocht und wir genießen den Ausblick auf das Meer. Günther spannt noch die Kette und sprüht sie ein.


Tag: 9


Dienstag, 28. Mai
Land: Kroatien
Ort: Senj
Gefahrene Kilometer: 0
Wetter: Sonne
Grad: 25


Erst mal viel gelesen und aufs Meer geschaut. Unser Apartment bietet einfach einen tollen Blick auf das Meer. Eine weitere Erkundungstour durch die verwinkelten Gassen von Senj. Ich war noch im Meer schwimmen. Nur die ersten 10 cm luden zum Schwimmen ein, darunter war es noch richtig erfrischend. Ein schöner Tag am Meer.



Tag: 10


Mittwoch, 29. Mai
Land: Kroatien
Ort: Senj - Sertic-Polajana
Gefahrene Kilometer: 108
Wetter: Bewölkt
Grad: 14 – 19


Heute geht es durch das Karstgebirge in Richtung Plitvicka, die berühmten Seen wo in den 60ziger Jahren Winnetou gedreht wurde. Günther findet diesmal eine nette Straße, durch Wiesen und Wälder, die ins Nirwana führt. Also drehen wir nach einem immer schmäler werdenden Kiesweg um. Wir fahren nach Zeljava wo es einen „Lost Place“ gibt. Das „Wahrzeichen am Eingang eine Douglas C-74, ein altes militärisches Transportflugzeug weist uns den Weg. Mittlerweile nicht mehr in Tarnung, sondern voll von Graffiti und Aufklebern. Man kann bequem über eine Holztreppe einsteigen und auch wir verewigen uns mit unserem Aufkleber. Den alten Hangar der in den Berg eingehauen wurde um 80 MIG 21 unterzubringen und zu warten liegt 2 km weiter. 1957 wurde mit dem Bau der Flugzeugkaverne begonnen und war in ihrer Zeit die größte Europas. Hier wurden 110 Piloten, 1200 Luftwaffensoldaten und weitere 5000 Soldaten zur Bewachung untergebracht.  Fünf Startbahnen beginnen hier, auf der Besten versuchen Motorradfahrer Geschwindigkeitsrekorde zu brechen. Ich kann da gar nicht hinschauen. Kurz nach dem Beginn des Jugoslawischen Krieges 1991 wurde dies durch Sprengungen unbrauchbar gemacht. Imposant zeigt sich die Kaverne wie mit einem offenen Maul. In der Mitte des Tunneleingangs ist eine Aussparung für den Heckflügel. Sieht schon toll aus. Wir fahren ein Stück hinein, es ist wirklich sehr groß und dunkel. Bilder werden obligatorisch am Eingang geschossen. Nachzusehen unter „Polarsteps“. Der alte Link funktioniert noch. Eine Pause gönnen wir uns im „Old Shatterhand – Bistro“ nachdem wir das „Winnetou – Bistro“ links liegen gelassen haben. Unser Airbnb ist gar nicht so leicht zu finden. 7 Kilometer durch den Wald auf eine kleine Lichtung und schon sind wir da, nein erstmal verfahren und auf engem Sträßchen drehen, aber dann. Im Vorbeifahren nicht zu finden. Bis zu den Seen sind es 12 km, das nehmen wir uns morgen vor. Den Hausherren treffen wir feuermachend in unserem Blockhäuschen an. Wir sollen ja nicht frieren. Den Slibowitz lehnen wir dankend ab, auch das Bier, verständnislos und enttäuscht zieht der „lustige Bosniak“, wie ich ihn nenne ab.  Kein W-Lan, egal, Hauptsache Strom. Das Bad ist sooo klein, dass du kaum auf der Toilette sitzen kannst wobei über dir der Boiler thront, das Waschbecken gleicht einer 2l Schüssel. Der Ofen macht richtig warm, wir haben eine heiße Nacht ;).



Tag: 11


Donnerstag, 30. Mai
Land: Kroatien
Ort: Polajana – Plitvica – Koranica - Polajana
Gefahrene Kilometer: 70
Wetter: Sonne
Grad: 9 – 24


Heute sind die Plitvica Seen dran. Wir fahren mit einem Motorrad und werden durchgewunken. Das fängt schon mal gut an, endet aber nicht so. Voll im Winnetou-Feeling bewundern wir die türkisblau-grünen Seen. Ein wunderschöner Ort, wären da nicht noch hunderte von anderen Menschen. Heute ist kein normaler Donnerstag, heute ist Fronleichnam. Jetzt fällt es uns auch ein. Aber die Sonne scheint und wir laufen die mittlere Runde, die eine Bootsfahrt und eine Fahrt mit dem Bus beinhaltet. Viele Chinesen, Klassenausflügler, Italiener und natürlich wir tummeln uns hier. Ein wunderschönes Plätzchen Erde. Überall plätschert es und der klare See lässt uns an einen Tauchgang denken. Einen großen Teil der Strecke legt man auf Holzstegen zurück, die neben und über die Wasserfälle gehen. Vereinzelt sieht man Fische, kleine Fische. Nach Ankunft am Ausgangsort bemerken wir, dass der Rucksack auf ist und meine neuen Hörgeräte fehlen. Mir wird schlecht vor Schreck. Sie wurden gestohlen, an der Information ist auch nichts abgegeben worden. Da die Hörgeräte in der Ladebox leicht mit iPods verwechselt werden können hätte vielleicht ein Dieb dies bemerkt und die für jeden, außer  für mich, unbrauchbaren Geräte abgeben können. Vielleicht war auch die GoPro Ziel der Begierde, die ich zum Ende ebenfalls im Rucksack verstaut habe. Das Ende vom Lied ist, dass wir zur Polizei fahren damit ich eine Anzeige machen kann. Vielleicht bezahlt meine Versicherung dann. Ich weiß es leider nicht so genau, die Police ist zu Hause. Der grimmige Polizist ist offensichtlich sofort genervt, ein Netterer, der englisch spricht  hilft mir weiter. Ich unterschreibe 6 mal Zettel, die ich nicht lesen kann, man muss vertrauen. Zwei davon bekomme ich mit. Könnte heulen, mache es dann auch, immerhin sind 2000€ futsch. Frustriert fahren wir in unser Waldhäuschen nicht ohne vorher festzustellen, dass der Supermarkt zu hat. Die Tankstelle hat Sandwichs, geht auch. Eine zweite heiße Nacht steht an, denn Günther musste Feuer machen.



Tag: 12


Freitag, 31. Mai
Land: Kroatien – Bosnien-Herzegowina
Ort: Polananak - Bugojno
Gefahrene Kilometer: 282
Wetter: Bewölkt - Sonne
Grad: 14 – 24


Es hat heute Nacht stark geregnet und regnet noch. Ich rufe bei der Information an, ob sich etwas eingefunden hat. Natürlich nicht, sie hätten mich dann auch angerufen.  So bleibt uns nichts anderes übrig als weiterzuziehen. Wir wollen durch den Nationalpark Una in Richtung Mostar. An der Grenze Kroatien/Bosnien/Herzegowina müssen wir uns erstmalig ausweisen und den Fahrzeugschein vorlegen. Viele Moscheen erinnern uns an die vorherrschende Religion hier. Ein ebenso wunderschönes Land, wir biegen in den Nationalpark ab und sind 50 km fast alleine unterwegs. Warmer süßer Holunderduft begleitet uns an diesem Tag. Die Büsche blühen zu tausenden hier. Kurze Strecken sind nicht geteert, aber es lässt sich gut fahren. Bis auf die Städte und Hauptstraßen ist wirklich wenig los und die Strecke ist sehr schön mit Kurven, so wie wir es mögen. Viele Namen der Orte (Bihac, Banja Luca, Srebrenica) kenne ich noch von Kriegsberichterstattungen aus dem vergangenen dreijährigen Krieg von 1992-1995 hier. Ein bisschen gruselig ist es schon. Manchmal denke ich, dass ich inmitten von Tätern und Opfern bin, zumindest bei Leuten in meinem Alter. Bosnien-Herzegowina hat eine eigene Währung, den Konvertibilna Marka, ungefähr die Hälfte von unserem Euro. Ich schaffe es doch tatsächlich das teuerste Lokal für einen Kaffee mit einem Stück Kuchen zu finden. Stolze 12€ legen wir hin für zwei Kaffee/Küchlein hin in einem Land wo Cevapcici 4€ kostet. Bin halt doch eine Prinzessin. Endlich angekommen finden wir ein Hotel in dem es aussieht wie in einem horizontalem Gewerbe. Der Hang zu blauem Plüsch in Kombination mit Gold ist unverkennbar. Gut, dass sie noch etwas frei hatten, denn heute hatten wir nicht vorgebucht. Zum Einen wegen evtl. Auffindung der Hörgeräte zum Anderen weil starker Regen angesagt war und man weiß nie, wie weit man da kommt. Der Regen hat und glücklicherweise gänzlich verschont. Heute gehen wir auch endlich mal wieder Essen. Im, von Außenlampen hellerleuchteten Hotelzimmer lässt es sich gut schlafen.



Tag: 14


Sonntag, 02. Juni
Land: Bosnien Herzegowina
Ort: Mostar
Gefahrene Kilometer: 0
Wetter: Sonne
Grad: 21


Das Frühstück war klasse, aber mit dem Kaffee haben sie irgendwas gemacht. Grauenhaft, dann sehe ich es :die Dame füllt auf den benutzten Kaffee neuen und schüttet Wasser in die Maschine nach. Das erinnert mich an Seppi, meinen Schwiegervater, der hatte das auch immer so gemacht. Nicht gut! Die Neretva, die die Stari Most überspannt, trennt die Stadt in einen hauptsächlich muslimischen Ost- und in einen katholischen Westteil. Viele Moscheen und zwei Kirchen sind zu sehen. Bei näherem hinschauen sind die Moscheen meist Ruinen. Auch die Älteste von 1592, glaube ich sehen wir uns an. Ich entdecke alte Postkarten, die Zeugnis der Zerstörung der Stadt nach dem letzten Krieg sind. Es ist erschreckend, die ganze Stadt war in Schutt und Asche. Es gibt immer noch viele aufgegebene Gebäude und überall sind Einschusslöcher zu sehen. Richtig gruselig daran zu denken wie das hier einmal alles passiert ist. Wir blicken jetzt auch durch, wie das mit dem Springen läuft. Es steht immer mindestens ein Mann in Badehose auf der Brüstung um die Menschen aufmerksam zu machen. Dann geht einer herum und sammelt Geld für den Springer. Das dauert ungefähr, je nach Menschenauflauf ca. ½ Std.. Dann erst kommt einer im Neopren auf die Brüstung macht ein bisschen Show  und springt anschließend in die kalte Neretva. Applaus und alles fängt wieder von vorne an. Heute ist Sonntag und wirklich viel los. Wir verziehen uns dann. Fazit: die Altstadt ist wunderschön nur ein wenig überbevölkert.



Tag: 15


Montag, 03. Juni
Land: Bosnien Herzegowina - Kroatien
Ort: Mostar - Dubrovnik
Gefahrene Kilometer: 145
Wetter: Sonne
Grad: 20 – 27


Wir starten bei bedecktem Himmel und wollen Ein Kloster „Tekija“mit einer Quelle, in Blagaj, ganz in der Nähe besuchen. Für 2€ können wir bis ganz vorne heranfahren. Ein Sufi-Kloster mit Mausoleum und altem türkischen Bad. Wir stellen fest, dass ein weiterer Eintritt 10€ kostet. Ein deutsches Ehepaar rät uns davon ab. Also schauen wir es uns von außen an. Das wahrscheinlich 1520 erbaute Gebäude ist eng an den Fels gebaut. Viel interessanter ist die Karstquelle „Vrelo Bune“. Es ist die stärkste Quelle des Landes und gehört zu den größten Europas. Kraftvoll schießt das Wasser aus einer Karsthöhle und bildet einen kleinen See, der durch einen hufeisenförmigen Wasserfall begrenzt ist und den 10 m breiten Nebenfluß der Nereveta, die Buna bildet. Heute ist besonders viel Wasser da. Wie auch in Mostar ist das Ufer des Flusses bebaut. Wenn es heiß ist, ist das sehr angenehm. Hier aber regnet es und wir sitzen den Regen aus. Es wird auch der letzte des Tages sein. Beim drehen falle ich mit meinem Motorrad hin. So ein Mist. Da fahre ich kleinste steile Gässchen und habe einen Umfaller auf geradem Weg. Voll peinlich! Und der Koffer ist auch wieder verbogen. Wir fahren wieder einmal Nebenstraßen, die sich durch die Berge schlängeln. Teilweise so schmal, dass es eng für zwei Motorräder wird. Die Strecke ist phantastisch. Steinwälle begrenzen die kleine Straße. Auf und ab, steile Kürvchen, Ziegen etc.. Bis wir dann auf die Straße am Meer kommen. Natürlich viel Verkehr aber trotzdem ist es immer wieder schön am Meer zu fahren. Dann Dubrovnik, diese Stadt hat einfach keine Parkplätze, auch nicht in der Peripherie wo wir wohnen sollen. Das Apartment ist recht schnell gefunden. Schlappe 77 Stufen bis zum Eingang. Ja, Dubrovnik ist auch sehr steil. Eine alte Frau, ok, mein Alter begrüßt uns mit.“ No Parking!!!“ Dies wiederholt sie mehrfach, na gut wäre ja auch vor ihrer Garage gewesen. Schlau, wie wir sind fahren wir die nächst höhere Straße und wollen Dir Treppe von oben laufen. Und, oh Wunder hier können wir parken. Also schleppen wir die Sachen bei angenehmen 27 Grad 123 Stufen herunter, da es keine Verbindung zu unserem Apartment gab und 77 Stufen rauf. Eine kleine Erfrischung in der angrenzenden Pizzeria kostete uns 3,50€/0,2l also heute Abend keine Pizza. Jetzt war da doch ein Parkplatz frei. Den belege ich sofort und Günther ist so lieb und holt beide Motorräder runter. Dann dürfen wir endlich die anderen 77 Stufen mit dem Restgepäck hoch zu unserer Wohnung laufen. Einfach geht anders. Trotzdem schauen wir uns noch den in der Nähe liegenden Hafen an kaufen wir noch in einem Supermarkt ein. Morgen geht’s in die Altstadt.


Tag: 16


Dienstag, 04. Juni
Land: Kroatien
Ort: Dubrovnik
Gefahrenen Kilometer: 0
Wetter: Sonne
Grad: 20 – 30


Wir machen uns früh auf den Weg. Das war auch ganz gut so. Die Runde über die Stadtmauer kostet 35€, da lassen wir uns nicht lumpen. Der Blick auf die Stadt und das Meer ist einmalig.  Eine wunderschön perfekt restaurierte Stadt erblicken wir hier. Ein riesiges Bollwerk gegen Feinde vom Wasser und zu Land. Schon 560n.Chr. Wurde hier eine Basilika gebaut. Ab 866 begann der Bau der Stadtmauer. 1416 schafften sie die Sklaverei ab, erstaunlich. Uns gefallen die vielen kleinen Gässchen in dem alten Städtchen. Zunehmen füllt sich alles mit Touristen, gut, dass wir am frühen Morgen schon hier waren. Heerscharen von Menschen sind jetzt zu sehen. Soo viel. Ja, immer das gleiche Spiel: Dort wo es schön ist sind viele Menschen, wie auch wir. Deshalb ist es auch richtig teuer hier. Wir sind nach 5 Std. platt und gehen zurück. Aber ein erstaunlicher Tag im schönen Dubrovnik. Günther wollte mir den Koffer richten doch schon nach dem zweiten Schlag mit dem Hammer beschwert sich die Nachbarin mit dem seit einer Stunde kläffenden Fiffi. In Folge muss der Hund rein und ich habe immer noch einen verbogenen undichten Koffer. Und, was noch schlimmer ist, die Versicherung bezahlt nichts bei einfachem Diebstahl. Diese Nachrich habe ich heute bekommen. Absoluter Mist, das kostet mich mindestens 2700€, da der Kassenanteil nicht nochmal gilt. 


Tag: 17


Mittwoch 05.Juni
Land: Kroatien – Montenegro
Ort: Dubrovnik – Centinje
Gefahrene Kilometer: 132
Wetter: Sonne
Grad: 16 – 30


Heute wird viel gefahren. Erst am Meer entlang und dann wieder am Meer entlang. Bis Kotor hat sich das Meer wie in einem Fjord eingefressen. Sehr schön zu fahren, lange Zeit dachte ich es sei ein See. Nach Kotor kommen die berühmten Serpentinen. In 27 Haarnadelkurven windet sich die oft einspurige Straße 34,2 km für 1624 Höhenmeter hinauf auf den Berg. Es ist kaum zu glauben, aber Busse nutzen die Straße. Hier ist viel Geschick gefragt. Für Autos viel rückwärtsfahren an die breitere Stelle, für Motorräder mal auch links vorbei oder mit 5cm Abstand. Nerven bewahren ist da gefragt. So eine Wahnsinnsaussicht habe ich wirklich noch nicht gehabt. Bilder kann man unter Polarsteps sehen. Der Link auf der Amerikaseite müsste noch funktionieren. Vielleicht schaffe ich das auch ihn neu einzufügen. Oben angekommen fharen wir auf das Höchste Mausoleum der Welt, die Ruhestätte eines Dichterfürsten Petar II. Liegt auf dem 1657 hohen Jezerski Vrh. Wir kennen ihn eigentlich nicht und so ersparen wir uns das Erklimmen des Monumentes und bleiben am Fuße dessen. Für die Straße mussten wir schon 6 € bezahlen, wer weiß was die noch wollen. Aber man kann bis zum Meer schauen. Durch das Naturschutzgebiet schlängelt sich eine gute Straße bis nach Centinji unserem heutigen Ziel. Sie war bis 1918 die Hauptstadt des Landes und liegt 67m üNN. Ein nettes kleines Städtchen mit Aleen und einer Fußgängerzone. Wir fühlen uns gerade wohl, haben aber nur eine Übernachtung geplant.



Tag: 18


Donnerstag 06.Juni
Land: Montenegro
Ort:  Centinje - Virpazar
Gefahrene Kilometer: 207
Wetter: Sonne
Grad: 16 – 30


Von hier bis Virpazar sind es eigentlich nur 33 km. Aber Günther wäre nicht Günther, wenn er nicht 207 km daraus machen könnte. Ergo fahren wir über Nebenstraßen 77km nach Virpazar, nur um dann noch eine kleine Schleife von 130 km zu drehen und die Panoramaroute „P3“ abzufahren. Am Anfang sind wir die kleinste Straße, die ich je gefahren bin unterwegs gewesen. Oft musste man sich ducken um nicht vom Gestrüpp am Rand erschlagen zu werden. Im Nachhinein haben wir festgestellt, dass dies nichts mit der „P3“ zu tun hatte, auf die wir dann stießen. Ansonsten eine wiedermal besonders schöne Strecke dessen letzte 80km am Berg, der den Skadarsko Jerezo, dem größten See des gesamten Balkans begrenzte. Sehr bucklig, oft ohne Randbefestigung mit steilen Hängen und wie so oft recht schmal. Aber, und das ist für mich wichtig : befestigt, keine steilen  Schotterkurven. Das ist mein Angstgegner. Ich fahre ja viel, oft an meiner Grenze, aber nicht alles. Und die Aussicht, immer wieder wunder- wunderschön. Das hat sich doch gelohnt. Unsere Unterkunft ist klasse, mit Blick auf den wunderschönen naturgeschützten See. Man kann mit dem Boot durch grüne Wasserwiesen auf den See fahren. Wenn man möchte. Wir möchten nicht.
Tag: 19
Freitag, 07. Juni
Land: Montenegro
Ort: Virpazar
Gefahrene Kilometer:0
Wetter: Sonne
Grad : 31
Nachts bellt der Hund und die Katzen jammern. Tagsüber kommen noch die zwei Kinder des Gastgebers dazu und das Hühnerkonzert. Trotzdem gefällt es uns. Wir ruhen den ganzen Tag aus, ich schreibe und Günther richtet mit Unterstützung des Gastgebers den Koffer. Die Nachbarin wäscht unsere Wäsche. Wir genießen den Tag und die Aussicht auf den See. Sehr entspannend. Außer, dass Günther schon wieder was ausheckt. Eine schöne Tour soll es morgen werden. Da bin ich ja mal gespannt.




Tag: 19 


 Freitag, 07. Juni 

 Land: Montenegro 

 Ort: Virpazar 

 Gefahrene Kilometer:0 

 Wetter: Sonne 

 Grad : 31 


 Nachts bellt der Hund und die Katzen jammern. Tagsüber kommen noch die zwei Kinder des Gastgebers dazu und das Hühnerkonzert. Trotzdem gefällt es uns. Wir ruhen den ganzen Tag ausund entschleunigen ich schreibe und Günther richtet mit Unterstützung des Gastgebers den Koffer. Die Nachbarin wäscht unsere Wäsche. Wir genießen den Tag und die Aussicht auf den See. Sehr entspannend. Außer, dass Günther schon wieder etwas ausheckt. Eine schöne Tour soll es morgen werden. Da bin ich ja mal gespannt. Ich versuche eine Forelle, sehr lecker. Sind ja schließlich am See. 


Tag 20: 


 Samstag, 08. Juni 

 Land: Montenegro – Bosnien-Herzegovina 

 Ort: Virpazar – Brod 

 Gefahrene Kilometer: 171 

 Wetter: Sonne 

 Grad: 19 – 30 


 Immer wieder faszinierend finde ich die Fülle von Stockrosen, die wild am Straßenrand blühen. Ein schönes Bild. Wir wählen wieder einmal kleine Nebenstraßen, die oft nur eine Autobreite haben. An den ungeschützten Abgrund kann ich mich nur schwer gewöhnen. Wir sind früh losgefahren und treffen anfangs nur ein paar Radfahrer. Wir kommen an DEM Blick von Montenegro, „Pavlova Strana“. Günther sagt der Einfachheit halber Lahnschleife. Der See macht hier eine Schleife um einen runden Berg. Ein Bild, wie gemalt. Perfekt! 40 km kurvige Straße dahin und weg, die sich wirklich lohnen. Ein toller Blick! Anschließend geht es nochmal Richtung Norden nach Bosnien-Herzegovina um anschließend durch das Dumitur-Gebirge zu überqueren. Das aber erst morgen. Nach dem Gekurve fahren wir heute mal eine lange Strecke einfache Straße. Leider mit 5km Baustelle. Eine lange Staubwolke wie in „40 Wagen westwärts“ hat uns einiges an Staub schlucken lassen und einiges an Konzentration abverlangt. Anschließend trafen wir auf die Piva, die zu einem Stausee aufgestaut ist. Es wirkt wie in einem Fjord das steile Ufer verlangt viele Tunnel. Sage und schreibe 55 Tunnel muss man durchfahren und an die Grenze im Norden zu kommen. Nach der Grenze fängt die Spaßmeile für Rafting in der Drina an. Über Holzbrücken durch notdürftig geflickte Straßen ging es nach Brod. Ein nettes Hotel mit freundlichem Personal empfängt uns. Tag:21 Sonntag, 09. Juni Land: Bosnien-Herzegovina – Montenegro Ort: Brod – Berane Gefahrenen Kilometer: 213 Wetter: Sonne bewölkt Grad: 14- 27 Das beste Frühstück der Reise lässt uns fröhlich starten. Es macht Spaß dir Strecke durch die Tunnel wieder zurück zu fahren. Meist sind sie kurz. Die längeren Tunnel sind im Montenegro leider nicht beleuchtet. Das ist schon gewöhnungsbedürftig von hellem Sonnenlicht in einen dunklen Tunnel zu fahren. Selbst das Fernlicht wird verschluckt. Einfach mal langsam machen. Wie wollen den Dumitor-Pass (1950m) fahren. Bin schon innerlich eingestellt auf schmale Straßen an Abgründen mit Gegenverkehr. Aber Günther toppt das indem er noch eine Nebenstraße neben der kleinen Straße findet. Bei bis zu 14% Steigung in Haarnadelkurven auf einem, ich will mal sagen breiterem Radweg schrauben wir uns auf die Höhe. Trotz niedrigeren Temperaturen komme ich ordentlich ins Schwitzen. Dann treffen wir die eigentliche kleine Höhenstraße. Es erinnert an unsere Ausflüge in Österreich. Sanft schlängelt sich die Straße bis zum Pass. Wir fahren durch verlassene Wintersportorte. Ein paar Leute Wandern. Motorrad- und Radfahrer benutzen hauptsächlich die Straße aber auch PKW. Es ist noch keine Saison und deshalb auch nicht so viel los. Das Dumitorgebirge ist imposant mit seinen markanten Felsformationen. Wir lieben es. Weiter geht es in Richtung Tara-Schlucht. In welchem Ranking auch immer mit 1300m die zweittiefste Schlucht der Welt. Nach der Vikos-Schuch mit 1000m in Griechenland, hä? Da erschließt sich mir Wikipedia nicht. Es gibt da wohl Unterschiede mit Canyon, Schlucht und Tal. Der Grand Canyon ist 1800m an der Tiefsten Stelle. Verstehe ich nicht. Muss ja auch nicht alles verstehen. Beeindruckend ist sie auf jeden Fall. Mit den Motorrädern fahren wir langsam über die 150m hohe Brücke. Einige Blumensträuße sind wohl Zeugen einiger erfolgreichen Suizide. Wie üblich Stoffblumen. Hier ist viel los! Eigentlich wollten wir hier Kaffee trinken, doch hier ist es ungemütlich. Also noch ein paar Bilder schießen und weiter geht es. Wir cruisen die wunderschöne Tara-Schlucht entlang. Durch steile Felsschluchten zerteilt durch das kleine Flüsschen, das einst die Schlucht geformt hat. Kaum einer ist unterwegs. Kurz gestoppt werden wir von einem Sackgassen- und Durchfahrtverboten-Schild. Ich bin kurz irritiert, weil zurück bedeutet 100km Umweg. Günther fährt einfach weiter. Ist eine Baustelle und heute ist Sonntag. Wir kommen da irgendwie durch. Das Gelände wird weiter und wir finden einen schönes Café auf der Strecke. Danach verunsichert mich ein Schild 30km Baustelle. Bei aller Verwunderung, es stimmt! Und zur Krönung ist die Straße auch noch eine Stunde gesperrt wegen Tunnelarbeiten. Egal, irgendwie kommen wir in Berane an. Ein kleiner Trip durch das beschauliche Städtchen mit einem Abendessen beschließen den Tag. 


 Tag: 22 


 Montag, 10. Juni 

 Land: Montenegro – Kosovo

Ort: Berane – Prizren 

 Gefahrene Kilometer: 155 

 Wetter: Sonne 

 Grad: 19 – 35 


 Eine gefällige Strecke führt uns von Montenegro in den Kosovo. Hier benötigt man für sein Motorrad eine extra Versicherung, sie ist nicht in der normalen grünen Versichertenkarte inkludiert. Es kostet uns 10€/Moped, das geht. Kosovo liegt eher flach und ist von Bergen umsäumt. Folge dessen ist es nach dem Abstieg vom Grenzgebirge fahrerisch eher uninteressant. Hier habe ich noch kein Vorfahrtsschild gesehen und der Kreisverkehr wirkt unübersichtlich. Die Straßen sind bestens und das Land wirkt recht modern und betriebsam. Bei einer Pause bezahlt uns doch ein Bauarbeiter den Kaffee. So ein herzliches Willkommen, wir bedanken uns. Ein bestes Hotel mit perfekten Matratzen verleitet uns hier zwei Nächte zu bleiben. Ich versuche mit BMW in Tirana in Kontakt zu kommen. Bis jetzt erfolglos. Brauche ich doch neue Reifen und eine Inspektion. 


 Tag: 23 


 Dienstag, 11. Juni 

 Land: Kosovo 

 Ort: Prizren 

 Gefahrene Kilometer: 0 

 Wetter: Sonne 

 Grad: 24


 Ein gutes Frühstück lässt uns ruhig in den neuen Tag starten. Heute wollen wir die Burgruine hoch über Prizren besichtigen. Leider haben sie die Innenstadt momentan aufgerissen und es ist staubig. Hier wird alles für die Hauptsaison hergerichtet. Prizren ist, wie wir später feststellen sollten berüchtigt für ihre Partymeile. Deshalb gibt es hier unzählige Bars, Lokale, Eisdielen etc.. Aber noch ist keine Saison und der Ort zeigt sich von seiner besten Seite, die Baustelle ausgeschlossen. Der Kosovare ansich weiß nicht, wo doch Treppen angebracht sind. Mit gescätzten 20Grad Steigung klettern wir einen neu, mit dicken Kieselsteinen gepflasterten Weg zur Festung hinauf. Der Blick wiedermal umwerfend, aber leider kein doch so benötigtes Sauerstoffzelt in Sicht. Die Stadt ist von Bergen umgeben und sieht von hier oben toll aus. Die Festung „Kalaja“ entstand im 11. Jahundert und ist eine der meist besuchten Ziele im Kosovo. Prizren ist die schönste Stadt im Kosovo bestätigt uns der Schweizer Besitzer des Hotels in seinem Dialekt, der unsere Motorräder Töff-Töff´s nennt. Und wieder bekommen wir einen Kaffee ausgegeben. Erstaunliches Völkchen, die Kosovaren. Ich gehe zum Friseur und bezahle 10€ für waschen/schneiden/föhnen, ein guter Preis. Nebenbei, warum heiß es eigentlich :“Ich fahren in den Kosovo und nicht „nach“? Wo doch jede Fahrt in ein Land mit „ich fahre nach…“ bezeichnet werden kann. Wir finden es nicht heraus. Wir gehen an der Bistrica de Prizenet ein 34 km langes Flüsschen in ein nettes Lokal und lassen es uns gut gehen. 


 Tag: 24 


 Mittwoch, 12 Juni 

 Land: Kosovo – Nordmazedonien 

 Ort: Prizren - Ohrid-See 

 Gefahrene Kilometer: 276 

 Wetter: Sonne 

 Grad: 16 – 30 


 Beim Frühstück in unserem Hotel treffen wir noch ein paar Iren, die schnell unterwegs sind. Hier wissen wir wieder zu schätzen, wie schön es ist Zeit zu haben. Wir möchten zum Ohrid-See und fahren einen „kl. Umweg“. Man weiß nicht, was besser gewesen wäre. Eine tolle kurvige Strecke bis zur Grenze nach Mazedonien. Danach ziemlich gerade und gut ausgebaut um zum Schluss wieder kurvig zu werden. Beim Anstieg in die Berge wurde aus der gut ausgebauten Straße eine Baustelle. Und Baustelle heißt hier nicht, einseitig befahrbar und befestigt. Nein Vom Teer direkt zum Schotter beidseitg befahren in Kurven mit einiger Steigung , mein Endgegner. Aber egal, wie es war, ich hab´s geschafft, Günther sowieso. Wir haben ein sehr verstecktes Hotel in den Bergen gewählt. Wirklich sehr schwer zu finden, über mini steile Straßen sind wir an diesen versteckten Ort gelangt. Das war schweißtreibend! Der Ohrid-See liegt auf ca. 750m, wir ca. 200m drüber mit äußerst angenehmem Klima. Zimmer toll, Aussicht klasse, Essen super! 


 Tag: 25 


 Donnerstag , 13. Juni 

 Land: Nordmazedonien – Albanien 

 Ort: Ohrid See - Tirana 

 Gefahrene Kilometer: 145


 Wir fahren heute eine weniger schöne Strecke, da ich einen Termin mit einem Reifenhändler heute und morgen bei BMW einen Inspektionstermin für mein Motorrad habe. Es fängt schön an und wird schnell zur Autobahn. Viel Verkehr, der Richtung Innenstadt richtig zermürbend ist, trübt die Laune. Albaner fahren Intuitiv, parken schon mal im Kreisel, in zweiter Reihe sowieso, kennen keinen Blinker und sind sehr spontan. Ja, da können wir uns eine Scheibe von abschneiden. Nur nicht, wenn es sich um den Tiraner Innenstadtverkehr handelt. Aber wir kommen durch und finden die Werkstatt. Schnell sind passende Reifen gefunden und noch schneller montiert. In Albanien bezahlt man mit LEK oder Euro, aber meistens ist bar gewünscht. Also vertreiben wir uns die Zeit mit Bankomat suchen und einem schlechten Kaffee unterwegs. Egal, meine Reifen sehen toll aus (Metzeler Tourance) und dass ich nur im Leerlauf starten konnte lag an meinen verstellbaren Kupplungshebel. Der war zu knapp eingestellt. Da hätte man aber auch selbst drauf kommen können. Wir schälen uns aus dem zähen Verkehr in Richtung Hotel. Ja, das war mal ein Kerlchen. In unseren verschwitzten Motorradklamotten jagte er uns von einem zu kleinen Zimmer in eine zu große Wohnung und wieder zurück. Wir wollten nur duschen und er wollte uns die Welt erklären und da oder dort noch was verdienen etc.. Ein Wichtigtuer und Unsympath, aber egal, die gibt es halt in allen Ländern. Wir wohnen in der Nähe von BMW und wir liefern das Motorrad ab. Ein Supermarkt in der Nähe lässt uns nicht verhungern und einen Balkon haben wir auch und können gut draußen sitzen, während über uns die Flugzeuge im Landeanflug fliegen. Auch riecht es hier ein wenig seltsam. Das sollte sich aber am nächsten Tag klären. 


 Tag: 26 


 Freitag, 14.Juni 

 Land: Albanien 

 Ort Tirana 

 Gefahrene Kilometer: 

20 Wetter: Sonne 

 Grad: 24


 Wir entscheiden uns den Tag in Tirana zu verbringen. Als wir so auf unserem Balkon, der eigentlich der Balkon für alle Räume in unserem Stock ist taucht ein vermummter Mann mit irgendwelchem wahrscheinlich Ungezieferspray auf dem Rücken auf. Als er uns sah verschwand er sofort wieder. Das wird der Geruch gewesen sein, der uns aufgefallen ist. Dann sind ja unsere Tiere schon tot, positiv gesehen. Wir stürzen uns in das Großstadtleben und der Verkehr ist wieder extrem fordernd. Diesmal bin ich aber nur die Sozia. Ja, tirana hat heute ein sehr hohes Polizeiaufkommen. Glücklicherweise dürfen wir auf einem Fahrradplatz direkt in der Innenstadt parken. Es ist irgendwo ein Konzert heute und wie wir im Nachhinein feststellen spielte Albanien morgen bei der Europameisterschaft. Also Vorboten des Public Viewing? Auch sehen wir viele Israel-Flaggen, in diesem Zusammenhang wird ja momentan auch kontrovers kommuniziert und vielleicht auch demonstriert. Wir schauen uns die 1988 eröffnete „Pyramide“, eigentlich ein Denkmal für den Ex-Diktator an. Sie wurde nach dem Umsturz zu einem Kulturzentrum umfunktioniert. Die Friedensglocke davor wurde im Jahr 2000 aus gesammelten Patronenhülsen gegossen. Dann schauen wir uns noch die alte „Namazgja Moschee“ mit vier 50m hohen Minaretten und den Hauptplatz an. Die „Wolke – Reja“ von einem Japaner entworfen. Ein weißes Gerüst,mit vielen Metallenen rechteckigen Streben soll die Verbindung zwischen Geometrie mit dem Natürlichen verschmelzen lassen, Kunst halt. Leider ein bisschen abgeranzt mittlerweile. Dann fahren wir ewig zurück und ich kann mein Motorrad mit frischem Service in Empfang nehmen. 155€ kostet mich das, denke billiger als zu hause. Den Hauptständer habe ich mir dann auch abmontieren lassen und lasse ihn hier. Kratzt einfach zu viel in der Kurve, da fährt man verhalten. Der Supermarkt bietet in der heißen Theke wieder gute Sachen an und der Tag ist geritzt. 


 Tag: 27 


 Samstag, 15.Juni 

 Land: Albanien 

 Ort: Tirana - Himare 

 Gefahrene Kilometer: 236 

 Wetter: Sonne 

 Grad: 19 – 30 


 Heute schlecht geschlafen, etwas übermüdet startet unsere Tour bis ans Meer. Dort wollen wir 5 Tage verbringen. Wir umfahren Tirana und treffen auf eine tolle Strecke parallel zur A3. Sie verläuft auf einem Bergrücken und oft geht es rechts und links richtig runter. Sieht phantastisch aus. Dann folgt eine längere unspektakulärere Phase bis kurz vor der Küste. Hier geht´s richtig ab. Serpentinen engste Kurven und immer Ausblicke auf das leuchtende Blau des Meeres. Wahnsinn, wie strahlend das Wasser wirkt. Wenn man denkt es ist vorbei fängt wieder eine neue Kurve, Serpentine oder was auch immer an. Herrlich, wenn ich nicht so müde wäre. Bei diesem tollen Motiv streikt mal wieder meine Gopro Hero 9 und lässt sich nicht bedienen. Viel zu oft schon für so eine teure Kamera. Da ärgere ich mich wirklich. Unser Airbnb entschädigt und ist mega. Eine richtig schöne kleine Wohnung mit Meerblick, das war mir wichtig. Vergessen habe ich nur, dass es hier kein WiFi gibt und das kostet hier extra 30€, wenn man sich eine Karte kauft. Der Parkplatz ist auch extra (40E/5T./2MTR). Hier entdecke ich aber, dass sie dort ein extrem starkes WiFi haben und lass mir das Passwort geben. Wir wohnen nebenan im 5. Stock und haben somit auf dem Balkon Empfang. Da reicht uns. Perfekt gelaufen. Auch kann man hier viel über das albanische Verkehrsverhalten lernen. Also, wenn einer parkt, in unserem Fall natürlich auf dem Zebrastreifen, (der im Übrigen auch nur ein gut gemeinter Vorschlag ist) da sich hier der Eingang für den Supermarkt befindet wird nicht geblinkt sondern immer direkt den Warnblinker an. Schließlich ist einkaufen eine wichtige Sache. Es folgt direkt ein Stau, da nur noch ein Auto vorbeifahren kann. Der Warnblinkende geht dann erst mal einkaufen während sich die Lage zuspitzt. Dann wird viel gehupt, da macht die Polizei auch mit, rückwärts gefahren und vorbei jongliert. So geht das bis der Einkaufende sein Auto belädt und weiterfährt und der Stau sich auflöst. Sonderbar ist nur: alle streiten sich um die Fahrkünste des Anderen, aber keiner hat Stress mit dem Parkenden, der eigentlich das alles verursacht. So geht es dann, bis der Nächste einkaufen muss. Ein lustiges Völkchen. Da wird es einem nicht langweilig beim Zuschauen. Tag: 28 Sonntag 16.Juni Land: Albanien Ort: Himare Gefahrene Kilometer: 0 Wetter: Sonne Grad: 29 Jetzt wird ein paar Tage nix gemacht. Deshalb gibt es auch nichts zu Schreiben. 


 Tag: 29 


 Montag, 17.Juni 

 Land: Albanien 

 Ort: Himarë 

 Gefahrene Kilometer: 0 

 Wetter: Sonne 

 Grad: 30 


 Gar nix gemacht! 


 Tag: 30 


 Dienstag, 18.Juni 

 Land: Albanien 

 Ort: Himarë

 Gefahrene Kilometer: 0 

 Wetter: Sonne 

 Grad: 32 


 Überhaupt nix gemacht!